Büchse für Tragrohr

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HaraldSchuessler
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Büchse für Tragrohr

Beitrag von HaraldSchuessler »

Guten Abend,
kann mir jemand sagen, ob und wo man noch Stahl-Buchsen für den Tragrohrzapfen für Hypoidachsen ( d außen 38) kaufen kann? Bei Niemöller nicht lieferbar.
Gruß Harald
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James Allen
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von James Allen »

Harald, If you can not find them in the Father Land, i can make them for you most likely. What is the part number? jim
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HaraldSchuessler
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von HaraldSchuessler »

Lieber James,
vielen Dank für dein freundliches Angebot. Die Teilenummer ist 186 357 00 49 (im angehängten Bild Nr. 2). Je zwei dieser Buchsen sitzen auf den Zapfen der Tragrohre der Hypoid-Hinterachsen. Vermutlich wird eine Nachfertigung schwierig werden, die Buchsen werden gehärtet sein. Inzwischen habe ich ein Angebot, diese Buchsen im Übermaß zu bekommen. Da bleibt allerdings das Problem, die dazugehörigen Messingbuchsen (Nr. 6) anzupassen. Das wird nicht jeder machen können, das Spiel muss sehr gering sein. Im Werkstatthandbuch steht: 0,02 mm. Im Tabellenbuch lese ich: 0,049 bis 0,084 mm. Vielleicht finde ich einen Könner, der solche feinen Arbeiten ausführen kann.
Gruß Harald
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170ziger
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von 170ziger »

lieber Harald,
mit gebrauchten Stahlbuchsen könnte ich dir aushelfen.
Ich habe einen Oldtimerfreund der die besten Maschinen in seinem Betrieb hat.
Die ursprünglichen Buchsen waren sicher gehärtet, ob das heute noch notwendig ist bei den guten Materialien und den unglaublich guten Werkzeugen?
Eigenartigerweise sind oft die Stahlbuchsen mehr angegriffen, als die Messingbuchsen.

Gruß, Alfred
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James Allen
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von James Allen »

Harald, the oversized bushings is good thing. That way the orginial bushings can either be honed to the new diameter just as you would hone a connecting rod bushing or turned on a lathe.. This is good as it will take the egg shape that is likely in the bushing from many years of service. The tollerance is not a problem to produce nor are the other geometric considerations for such a job. Too bad you are not closer as we could knock this out in a short period. As for making the harden bushings. in todays world with the amazing carbide cutting tools we are machining steel that is in the Rockwell C range in the 30s without problem. There are cutting tools that will work well on even harder materials. If you can not find a solution put them in the post and i will take care of the new diameter. But likely in Breman a shop that is rebuilding engines can make short work of the job. Jim
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Holtmann
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von Holtmann »

Hallo Alfred,

das Phänomen, das Du zum Verschleiß gepaarter Buchsen mit unterschiedlichen Werkstoffqualitäten und vor allem unterschiedlichen Oberflächenhärten beschreibst, ist mir als Motorenkonstrukteur aus der Berufspraxis nicht ganz unbekannt: Wenn sich in das weichere Material Fremdkörper wie zum Beispiel Späne einlagern, reissen sie das vermeintlich härtere Material buchstäblich auf.

Auch wieder aus der Berufspraxis gelernt, würde ich nie (mehr) einen auf 52HRC gehärteten Werkstoff durch einen ungehärteten ersetzen, schon gar nicht bei dieser Werkstoffpaarung. Es gab bei Motoren nach solchen Experimenten verheerende Schäden mit fatalen Auswirkungen in der Großserie ...

Herzliche Grüße
Uli
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170ziger
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von 170ziger »

hallo Uli,
vielleicht haben wir mal mehr Zeit, uns darüber zu unterhalten.
Eigentlich sollten die Stahlbuchsen wesentlich härter als die Messingbüchsen sein, die Spuren in den Stahlbuchsen aber schauen teilweise schlimm aus.
Der Abrieb Kegelrad, Tellerrad und Lager kann sich durchaus in den Ölrillen der Messingbuchsen ablagern und für diese Erscheinung schuld sein.

Gruß vom Weinberg, Alfred
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Holtmann
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von Holtmann »

Guten Abend Alfred,

ja, das wäre schön darüber mal etwas ausführlicher zu sprechen. Ich kann und möchte meine Berufserlebnisse beim Daimler auch nicht öffentlich machen, daher gern in einem persönlichen Gespräch oder in einem kleinen Kreis.

Aus Ludwigsburg herzliche Grüße auf den Weinberg von
Uli
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robi64
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von robi64 »

Im Normalfall ist eine Messingbuchse wesentlich weicher als Stahl, da geb ich euch
völlig recht. Ich hatte in letzter Zeit ein paar Bronze-Teile zu bearbeiten, sowohl drehen
wie auch Fräsen. Mir ist dabei Aluminiumbronze in die Hände gefallen. Ich dachte mir:
"Aluminium ist ja auch weich, was solls". Da habe ich mich gründlich verschätzt. Das
Zeug war härter als Werkzeugstahl und mir sind reihenweise die Fräser um die Ohren
geflogen. Hätte ich nie mit gerechnet aber so kann Gleitlager-Bronze auch aussehen.

LG Rolf
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HaraldSchuessler
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Re: Büchse für Tragrohr

Beitrag von HaraldSchuessler »

Lieber Alfred, lieber Jim,

vielen Dank für eure freundlichen Angebote. Auch Uli und Rolf: danke für eure Beiträge.
Bei meinen Halbachsen habe ich sichtbare Spuren auf den Stahl- und auch den Bronzebuchsen nur in einem Fall gefunden. Alle anderen sehen manierlich aus - haben aber etwas zu viel Spiel und es ist mir zu riskant, sie einzubauen.
Die Firma Karasch hat noch neue Halbachsen mit bereits aufgezogenen Buchsen. Verlockend. Ich würde sie kaufen, wenn ich auch neue Bronzebuchsen kaufen könnte. Lothar Meier hat Übermaß-Stahlbuchsen und kann auch die alten, gebrauchten Bronzebuchsen dazu anpassen. Ich meine, ein sehr guter Weg. Unerwartet hat sich nun aber eine weitere Schwierigkeit gezeigt. Es ist gar nicht so einfach, die alten Stahlbuchsen zu entfernen. In einem Fall ist es mir gelungen, die zweite Buchse saß aber so fest, dass ich sie aufschleifen musste. Es kann also gut sein, dass auch das Aufziehen nicht einfach sein wird. Vielleicht wird es nötig sein, dafür ein Hilfswerkzeug zu bauen. Die Zapfen haben mittig eine Bohrung, durch die man eine M 12 Schraube stecken kann. Damit könnte man die Buchse vielleicht aufziehen.

Gruß Harald
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