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Schlechte Kompression
Verfasst: 27. Nov 2025, 19:39
von 170forever
Hallo liebe Diesel-Gemeinde,
wie oft hört man es, die Kompression des Diesels ist nicht mehr gut. Ich hatte den Fall beim Projekt Faltdachwagen. Der Motor stand ja nun Jahrzehnte im Keller herum.
Ventile hatte ich eingeschliffen, der Motor war dann zusammengebaut und bereits montiert.
Nun als erstes der Kompressionstest, bevor es ernst wird und er gestartet werden soll. Das Bild war nicht sehr befriedigend. Da hat man schnell die Kolbenringe in Verdacht. Weit gefehlt.
Man sollte sich immer erst den Kopf genauer anschauen und hier ein Dichtigkeitstest mit Diesel.
Notorischer Übeltäter von Undichtigkeiten sind oft die Ventile, und beim Diesel mit seinen ca 20 Bar besonders wichtig, wie schnell man über die Hälfte des Drucks einbüßt, zeigen die Bilder!
Übeltäter Auslassventil 1. Zylinder
Gemessen wurden nur 9,5 Bar …..
Eine Druckprüfung ist sicher auch möglich. Aber deutlich schlechter zu beurteilen.
Beste Grüße Ralf

- IMG_9763.jpeg (73.3 KiB) 13513 mal betrachtet
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 27. Nov 2025, 19:44
von 170forever
Hier ist es besser zu erkennen,
der Spiegel sinkt nach kurzer Zeit.
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 28. Nov 2025, 11:42
von robi64
Trotzdem du die Ventile eingeschliffen hast? Wie kann das sein?
Ist das Ventil verbogen? Ventilfeder erschlafft?
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 28. Nov 2025, 14:12
von 170forever
Hallo Rolf,
genau das werde ich nächste Woche prüfen. Bisher hatte ich so etwas nicht. Ich habe noch einen Satz anderer Ventile zur Auswahl. Der Winkel 30 Grad ist ja vorgegeben.
Ich werde künftig immer dieses Prüfverfahren anwenden. Ich kann es nur empfehlen.
beste Grüße Ralf
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 30. Nov 2025, 22:51
von 170forever
Hallo Rolf,
nein, das Ventil war nicht verbogen, das wäre mir sofort aufgefallen, denn das passiert nur durch Überhitzung sowie als Ursache Falscheinstellung des Motors.
In diesem Fall verbiegt lediglich der Ventilteller, niemals der Schaft. Das habe ich bislang in 35 Jahren nur ein einziges Mal gesehen bei einem 230er Motor, dies betraf dort die Einlassventile.
Der Ventilsitz war einwandfrei auch die Gegenfläche am Rand des Ventiltellers waren maßhaltig und geschliffen. Das Problem sind Einbrandspuren genau an dieser Trennfläche, die nicht immer einwandfrei sind, da die Ventile gebraucht sind und ganz typisch ist beim Auslassventil durch die Hitzeentwicklung. Das lässt sich auch mit Paste nicht wegschleifen, ich habe das Ventil gegen ein besseres getauscht. Hätte ich keine Auswahl, so bliebe nur der Neukauf eines solchen Ventils.
Ich habe den schlechteren Zustand am Rand einfach unterschätzt, so einfach ist das.
Erlahmte Ventilfedern sind mir noch nie untergekommen. Ich glaube fast, das gibt es nicht, möchte es aber auch nicht behaupten!
Die Dichtungen werde ich noch ändern, es kommen nur die einfachen Gummiringe zum Einsatz. Die Ventilschsftdichtungen in Hütchenform passen dort nicht, obwohl statt einfacher Tellerscheiben dort welche mit Hülse verbaut sind. Hütchendichtungen passen nur auf geänderte Ventilführungen mit Nutrand, auch diese gibt es im OM 636. und trotzdem sind dort an den Ventilschäften die obligatorischen Dichtringe gesetzt. Der andere Dieselmotor hat beides !!! Hier sind auch einfache Tellerscheiben verbaut. Es scheint am OM 636 viele Versionen zu geben, die einen in Erstaunen versetzen.
Ich berichte über den weiteren Verlauf.
Beste Grüße Ralf
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 30. Nov 2025, 22:58
von 170forever
Geändert, nichts tropft mehr.
Werde es nach 24 Stunden kontrollieren.

- IMG_9770.jpeg (129.05 KiB) 11852 mal betrachtet
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 1. Dez 2025, 09:59
von 170ziger
"Jugend forscht"
Gruß Alfred
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 1. Dez 2025, 11:25
von 170forever
Hallo Alfred,
Zum Glück, denn sonst würde dieser Motor wohl nie laufen, nach über 50 Jahren Standzeit. Ich bekomme den zum laufen.
Die ESP war übrigens auch verharzt, so sehr, dass eine Ventilfeder in der Luft hing. Ich habe due Pumpe dank intensiver Forschungsarbeit wieder reaktiviert, sie fördert wieder wie sie es soll.
Bevor das Ding jemals wieder gestartet wird, muss eben geforscht werden. Der Motor ist gut, er hat es verdient.
Liebe Grüße auf den Weinberg
Ralf
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 1. Dez 2025, 11:55
von 170forever
Und lieber Alfred,
hier noch mal ein Beispiel, was alles sein kann, von einem anderen Zylinderkopf. War vor dem Planen nicht zu sehen!
Hat jeder noch so gute Augen, wie in der Jugend?
Ich habe dieses Exemplar dem Schrott zugeführt.
beste Grüße Ralf

- IMG_9775.jpeg (163.91 KiB) 11473 mal betrachtet
Re: Schlechte Kompression
Verfasst: 1. Dez 2025, 17:29
von 170ziger
hallo Ralf,
ein wenig Provokation muss schon sein....
Du schriebst gestern um 22.51 Uhr:
Die Dichtungen werde ich noch ändern, es kommen nur die einfachen Gummiringe zum Einsatz. Die Ventilschsftdichtungen in Hütchenform passen dort nicht, obwohl statt einfacher Tellerscheiben dort welche mit Hülse verbaut sind. Hütchendichtungen passen nur auf geänderte Ventilführungen mit Nutrand, auch diese gibt es im OM 636. und trotzdem sind dort an den Ventilschäften die obligatorischen Dichtringe gesetzt. Der andere Dieselmotor hat beides !!! Hier sind auch einfache Tellerscheiben verbaut. Es scheint am OM 636 viele Versionen zu geben, die einen in Erstaunen versetzen.
Ich berichte über den weiteren Verlauf.
Kannst du von diesen Teilen mal Fotos einstellen und wie sie zusammen gehören. Ich denke, da hat es inzwischen mehrere Varianten gegeben.
Gruß aus dem warmen Wohnzimmer, Alfred