Liebe Schrauberkollegen, nachdem ich Rahmen Fahrwerk und Getriebe an meinem 170 DA soweit fertig gestellt habe, beschäftige ich mich seit Anfang des Jahres mit dem Motor. Das sollte eigentlich keine große Sache werden – eigentlich.
Wie bei den Arbeiten zuvor, auch hier wieder (ich hätte es wissen sollen) eine echte Wundertüte. Der Motor lief ja unauffällig vor der damaligen Stillzetzung und geplant waren nur der Wechsel der Simmeringe an der Einspritzpumpe, die üblichen Kleinigkeiten und Wartungen außen am Motor und eine optische Aufarbeitung.
Bei der Einspritzpumpe stellte sich heraus, dass eins der vier Pumpenelemente eine andere Steuerkantenausführung hatte. Ich habe dann jedes Teil der Pumpe überprüft, wenn nötig erneuert und die Arbeiten mit der Justierung auf einem Prüfstand abgeschlossen. ESP in Ordnung.
Die Vorkammern sollte ich mir auch mal anschauen. (Zur Demontage habe ich im Forum ja schon etwas geschrieben). Der Zustand ließ nichts Gutes erahnen. Bei den Arbeiten entdeckte ich einen Riss im Zylinderkopf. Der Kopf musste also runter. Neben starken Korrosionspuren bis in die Ventilsitze gab es auch Risse zwischen Vorkammerbohrung und Ventilsitz. Der Kopf ist hin. Für fehlende Ersatzteile haben Liebe Forumskollegen spontan Hilfe angeboten - für den Zylinderkopf naht jetzt Rettung vom Weinberg
Im Forum wurde schon viel über den Kühlwasserhaushalt geschrieben. Wenn ich schon soweit war, wollte ich das nicht dem Zufall überlassen. Auch das sollte sich als gute Entscheidung herausstellen. Durch Ablagerungen im Motorblock war die Kühlleistung offensichtlich sehr stark beeinträchtigt.
Die Laufflächen der Zylinder waren augenscheinlich in Ordnung aber wie werden wohl die Kolben aussehen. Und wie steht es um die Haupt – und Pleuellager? Also jetzt Nägel mit Köpfen, keine Schraube bleibt auf der anderen.
Bei einem Kolben hatten sich Teile des Kolbenrings gelöst und dabei auch den Kolben in Mitleidenschaft gezogen. Bei zwei Kolben gab es leichte Fressspuren am Kolbenhemd. Zum Glück sind die Laufflächen verschont geblieben.
Die Lagerzapfen der Kurbelwelle und der Nockenwelle sind in Ordnung, hier kann ich mit neuen Lagersätzen arbeiten.
Aus einer überschaubaren Aktion wurde jetzt eine komplette Revision des Motors. So kann es gehen. Und immer wieder… wenn ich schon soweit bin, dann kann ich auch noch…
Es gibt Dinge, die dauern halt etwas länger aber das ist ja auch die Herausforderung beim Schrauben an diesen Fahrzeugen. Ich freue mich auf den Moment, wenn der Motor mal wieder Krach macht und seinen Dieselgeruch verbreitet.
Es bleibt spannend, ich halte euch auf dem Laufenden.
Viele Grüße, Walter