Schlechte Kompression
- HaraldSchuessler
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Re: Schlechte Kompression
Liebe 170er Freunde,
aus gegebenem Anlass nochmal etwas zu den Ventildichtungen. Man könnte meinen, dass die Dichtung bei geöffnetem Ventil so weit nach unten gedrückt wird, dass sie auf der Führung aufliegt und dann zwischen Ventil und Führung dichtet. Das tut sie aber nicht! Sie dichtet also nicht das Ventil, sondern den Ventilteller ab. Er ist nämlich wie ein Trichter geformt und in ihm sammelt sich übermäßig viel Öl, das dann am Ventilschaft nach unten laufen würde und dann zu viel Öl in die Führung gelangen könnte. Die lange Hülse und die Dichtung haben die Funktion, diese unerwünschte Ölmenge am Ventilteller seitlich abzuweisen und von Ventilschaft und Ventilführung fernzuhalten.
Gruß Harald
aus gegebenem Anlass nochmal etwas zu den Ventildichtungen. Man könnte meinen, dass die Dichtung bei geöffnetem Ventil so weit nach unten gedrückt wird, dass sie auf der Führung aufliegt und dann zwischen Ventil und Führung dichtet. Das tut sie aber nicht! Sie dichtet also nicht das Ventil, sondern den Ventilteller ab. Er ist nämlich wie ein Trichter geformt und in ihm sammelt sich übermäßig viel Öl, das dann am Ventilschaft nach unten laufen würde und dann zu viel Öl in die Führung gelangen könnte. Die lange Hülse und die Dichtung haben die Funktion, diese unerwünschte Ölmenge am Ventilteller seitlich abzuweisen und von Ventilschaft und Ventilführung fernzuhalten.
Gruß Harald
- 170forever
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Re: Schlechte Kompression
Lieber Harald,
das ist genau der Effekt, den ich auch festgestellt habe, denn die Form der Scheibe und die dort versenkten Haltekeile bilden eine Schüssel in der sich Öl sammelt. Der Dichtring ist unterhalb dieser Einheit und kann sich auf dem Veltilschaft bewegen, das ergibt auch Sinn. Durch diese Beweglichkeit wird auch nichts im Ablauf gebremst.
Irrtümlich hatte ich angenommen, grad bei den Hülsentellern, die Hütchen könnten das auch dort leisten und geben noch eine zusätzliche Sicherheit, zumal sie dort auch hinein passen. Das ist jedoch nicht der Fall. Sie wandern nicht mit und begrenzen den Weg.
Dichthülsen, die oft in Montagesätzen beigelegt werden sind ausschließlich für geeignete Ventilführungen mit Haltenut vorgesehen. Und wer nun glaubt, das gibt es beim OM 636 nicht, der irrt. Auch diese Version gibt es! Zusätzlich sind dort auch unter den Scheiben Gummiringe montiert gewesen, das habe ich auch so übernommen. Man könnte hier jedoch auch diese einfachen Ringe weglassen und nur die einfache Tellerscheiben nur mit den Haltekeilen verwenden. Im Motor des S-D ist diese Version bei mir verbaut. Er hat andere Ventilführungen mit Nut und da waren auch diese Abdichthütchen drauf.
Liebe Grüße Ralf
das ist genau der Effekt, den ich auch festgestellt habe, denn die Form der Scheibe und die dort versenkten Haltekeile bilden eine Schüssel in der sich Öl sammelt. Der Dichtring ist unterhalb dieser Einheit und kann sich auf dem Veltilschaft bewegen, das ergibt auch Sinn. Durch diese Beweglichkeit wird auch nichts im Ablauf gebremst.
Irrtümlich hatte ich angenommen, grad bei den Hülsentellern, die Hütchen könnten das auch dort leisten und geben noch eine zusätzliche Sicherheit, zumal sie dort auch hinein passen. Das ist jedoch nicht der Fall. Sie wandern nicht mit und begrenzen den Weg.
Dichthülsen, die oft in Montagesätzen beigelegt werden sind ausschließlich für geeignete Ventilführungen mit Haltenut vorgesehen. Und wer nun glaubt, das gibt es beim OM 636 nicht, der irrt. Auch diese Version gibt es! Zusätzlich sind dort auch unter den Scheiben Gummiringe montiert gewesen, das habe ich auch so übernommen. Man könnte hier jedoch auch diese einfachen Ringe weglassen und nur die einfache Tellerscheiben nur mit den Haltekeilen verwenden. Im Motor des S-D ist diese Version bei mir verbaut. Er hat andere Ventilführungen mit Nut und da waren auch diese Abdichthütchen drauf.
Liebe Grüße Ralf
- HaraldSchuessler
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Re: Schlechte Kompression
Lieber Ralf,
da wandert nichts mit. Die Gummidichtung sitzt fest unterhalb der Keile. Würde sie sich von ihrem Platz bewegen, würde das Öl aus der "Wanne" am Schaft entlang nach unten laufen können. Und gerade das soll es nicht.
Gruß Harald
da wandert nichts mit. Die Gummidichtung sitzt fest unterhalb der Keile. Würde sie sich von ihrem Platz bewegen, würde das Öl aus der "Wanne" am Schaft entlang nach unten laufen können. Und gerade das soll es nicht.
Gruß Harald
- 170forever
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Re: Schlechte Kompression
Lieber Harald und Alfred,
nun hab ich ja bereits genug „geforscht“ und im Grunde genommen alles richtig gestellt. Auch der Flüssigkeitstest war positiv.
Was mich nun einigermaßen frustriert, ist die Tatsache, das Zylinder 2 nun nicht mehr richtig mitspielt. Anfangs war ein Fehler durch die Ventileinstellung auf Auslass, ein schwergängiger Kipphebel war schuld. Ich habe gleich die ganze Einheit getauscht. Der Wert war 0, den gibt es ja eigentlich überhaupt nicht.
Nach Beseitigung des Fehlers war der Prüfwert 21 Bar.
Und nun nach nochmaliger Abnahme des Zylinderkopfes um Zylinder 1 und 3 etwas auf die Sprünge zu helfen, ist der Wert von Zylinder 2 nur noch 14,5, ohne dass ich etwas geändert habe, außer das mit den Dichtungen.
Wie kann das sein? Das ist einfach unlogisch!
Muss ich nun ein drittes Mal den Zylinderkopf runternehmen?
Beim S-D hatte ich nicht solche Probleme, auch er hat gebrauchte Ventile. Im Grunde hab ich so etwas noch nie erlebt. An den Kolben bzw. Zylindern kann es jedenfalls nicht liegen.
Vielleicht sollte ich die Kiste einfach mal anwerfen und sehen, was passiert….
Beste Grüße Ralf
nun hab ich ja bereits genug „geforscht“ und im Grunde genommen alles richtig gestellt. Auch der Flüssigkeitstest war positiv.
Was mich nun einigermaßen frustriert, ist die Tatsache, das Zylinder 2 nun nicht mehr richtig mitspielt. Anfangs war ein Fehler durch die Ventileinstellung auf Auslass, ein schwergängiger Kipphebel war schuld. Ich habe gleich die ganze Einheit getauscht. Der Wert war 0, den gibt es ja eigentlich überhaupt nicht.
Nach Beseitigung des Fehlers war der Prüfwert 21 Bar.
Und nun nach nochmaliger Abnahme des Zylinderkopfes um Zylinder 1 und 3 etwas auf die Sprünge zu helfen, ist der Wert von Zylinder 2 nur noch 14,5, ohne dass ich etwas geändert habe, außer das mit den Dichtungen.
Wie kann das sein? Das ist einfach unlogisch!
Muss ich nun ein drittes Mal den Zylinderkopf runternehmen?
Beim S-D hatte ich nicht solche Probleme, auch er hat gebrauchte Ventile. Im Grunde hab ich so etwas noch nie erlebt. An den Kolben bzw. Zylindern kann es jedenfalls nicht liegen.
Vielleicht sollte ich die Kiste einfach mal anwerfen und sehen, was passiert….
Beste Grüße Ralf
- HaraldSchuessler
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Re: Schlechte Kompression
Lieber Ralf,
wenn Du Kolben/ Kolbenringe und Ventile sicher ausschließen kannst, bleiben nur zwei Möglichkeiten: Messfehler oder Zylinderkopfdichtung.
Gruß Harald
wenn Du Kolben/ Kolbenringe und Ventile sicher ausschließen kannst, bleiben nur zwei Möglichkeiten: Messfehler oder Zylinderkopfdichtung.
Gruß Harald
- 170forever
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Re: Schlechte Kompression
Lieber Harald,
der Tipp mit der Zylinderkopfdichtung könnte genau richtig sein, denn ich hatte die Dichtung nochmal gegen eine neue getauscht. Die neue, die dort verbaut war, war ja schon einmal gesetzt, jedoch hätte ich sie wohl lassen können, da der Motor damit ja noch nie gelaufen hatte.
Ich denke, ich sollte das nochmal tauschen.
Vielen Dank und
Liebe Grüße Ralf
der Tipp mit der Zylinderkopfdichtung könnte genau richtig sein, denn ich hatte die Dichtung nochmal gegen eine neue getauscht. Die neue, die dort verbaut war, war ja schon einmal gesetzt, jedoch hätte ich sie wohl lassen können, da der Motor damit ja noch nie gelaufen hatte.
Ich denke, ich sollte das nochmal tauschen.
Vielen Dank und
Liebe Grüße Ralf
- HaraldSchuessler
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Re: Schlechte Kompression
Lieber Ralf,
nur nochmal zwischendurch: das Ventilspiel hast Du nach dem Tausch der ZK Dichtung überprüft?
Gruß Harald
nur nochmal zwischendurch: das Ventilspiel hast Du nach dem Tausch der ZK Dichtung überprüft?
Gruß Harald
- 170forever
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Re: Schlechte Kompression
Lieber Harald,
ja natürlich, das muss man immer neu einstellen, wenn die Böckchen herunter waren und die Stößelstangen waren ja auch raus. Die Reihenfolge versuche ich zwar immer einzuhalten, aber da alle Teile gleich sind, muss man das schon prüfen. Der Vorgang ist immer derselbe.
Beide Zylinderkopfdichtungen sind neu, die eine war nur etwas überlagert, eigentlich macht das nichts. Den Tausch hätte ich mir auch sparen können.
Liebe Grüße Ralf
ja natürlich, das muss man immer neu einstellen, wenn die Böckchen herunter waren und die Stößelstangen waren ja auch raus. Die Reihenfolge versuche ich zwar immer einzuhalten, aber da alle Teile gleich sind, muss man das schon prüfen. Der Vorgang ist immer derselbe.
Beide Zylinderkopfdichtungen sind neu, die eine war nur etwas überlagert, eigentlich macht das nichts. Den Tausch hätte ich mir auch sparen können.
Liebe Grüße Ralf
- 170forever
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Re: Schlechte Kompression
Lieber Harald,
so, ich meine, ich hab die Lösung, zwei Auslassventile waren trotz der Aktion nicht wirklich richtig gasdicht. Geprüft habe ich jeweils mit Pressluft und Flüssigkeit.
Auch die Zylinder wurden mit Kraftstoff geprüft, da ist in 20 Std nichts großartiges weggelaufen. Ich konnte das wieder heraussaugen. Kolben lassen sich minimal bewegen, also die Kolbenringe sind ok, die Zylinder Laufflächen sehen gut aus.
Mit zwei Ventilen aus meiner Sammlung konnte ich an Zylinder 1 und 2 Erfolg verbuchen. Die überzähligen schlechten Ventile habe ich in den Schrott geworfen.
Lediglich einen kleinen Punkt gibt es, der mir nicht ganz gefällt. Der Sitz von Auslass an Zyl 1 hat vorn eine kleine unsaubere Stelle, minimal. Ich denke, es sind Brandspuren, er sei denn da ist mal was „durchgeflogen“, wer
weiß das schon. Hier war beim Drucktest eine winzige Stecknadelgrosse Stelle von minimale winzige Blasenbildung entstand, nur genau auf diesen winzigen Punkt.
Wenn man auf Nummer sicher gehen will, hilft es wohl nur, diesen einen Sitz nachzufräsen um ihn wieder absolut anstandslos zu bekommen. Ob das große Auswirkungen auf die Kompression hätte, wag ich zwar zu bezweifeln, aber denkbar wäre es.
Beste Grüße Ralf
so, ich meine, ich hab die Lösung, zwei Auslassventile waren trotz der Aktion nicht wirklich richtig gasdicht. Geprüft habe ich jeweils mit Pressluft und Flüssigkeit.
Auch die Zylinder wurden mit Kraftstoff geprüft, da ist in 20 Std nichts großartiges weggelaufen. Ich konnte das wieder heraussaugen. Kolben lassen sich minimal bewegen, also die Kolbenringe sind ok, die Zylinder Laufflächen sehen gut aus.
Mit zwei Ventilen aus meiner Sammlung konnte ich an Zylinder 1 und 2 Erfolg verbuchen. Die überzähligen schlechten Ventile habe ich in den Schrott geworfen.
Lediglich einen kleinen Punkt gibt es, der mir nicht ganz gefällt. Der Sitz von Auslass an Zyl 1 hat vorn eine kleine unsaubere Stelle, minimal. Ich denke, es sind Brandspuren, er sei denn da ist mal was „durchgeflogen“, wer
weiß das schon. Hier war beim Drucktest eine winzige Stecknadelgrosse Stelle von minimale winzige Blasenbildung entstand, nur genau auf diesen winzigen Punkt.
Wenn man auf Nummer sicher gehen will, hilft es wohl nur, diesen einen Sitz nachzufräsen um ihn wieder absolut anstandslos zu bekommen. Ob das große Auswirkungen auf die Kompression hätte, wag ich zwar zu bezweifeln, aber denkbar wäre es.
Beste Grüße Ralf