Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

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170Sb-Fahrer
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Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

Beitrag von 170Sb-Fahrer »

Guten Abend,

Der Motor meines 170Sb ist ausgebaut und „wandert“ nun zum Motorbauer zwecks Reparatur.
Also eine gute Gelegenheit, im leeren Motorraum „klar-Schiff“ zu machen, u.a. auch den Kühler und andere Teile zu überholen.
Der Kühlwasser-Abflußhahn (Küken-Hahn) ist schon seit vielen Jahren undicht. Bislang half ein leichter „Schlag auf das Küken“ um etwas Dichtheit herzustellen. Aber massive Kalkablagerungen zeigen, dass ist nicht die optimale Lösung. (Anmerkung: ich würde niemals auf ein echtes, lebendes Küken schlagen!!!!!)

In der Ersatzteilliste wird der Hahn nur mit „Ablasshahn“ bezeichnet. Keine weiteren Daten!

Kennt jemand eine Bezugsquelle für Kükenhahn?
Gibt es eine Art „Reparatursatz“, um den vorhandenen Hahn zu retten? Ich setze grundsätzlich lieber vorhandene Originalteile instand, als diese durch Neues zu ersetzen.

Ich habe vorhin dies gefunden:
https://www.evrostroj.si/de/shop/weinha ... engewinde/
Laut Zeichnung ist dies kein Kugelhahn, sondern ein „Konushahn“. Ich dies das gleiche wie ein Küken-Hahn?
Könnte der passen (Anschlußgewinde)???

Nochwas: Stresst Euch bitte nicht rein. Antworten dürfen diesmal Zeit haben, denn bis der Motor wieder eingebaut wird, wird wohl einige Zeit vergehen.


Viele Grüße
Hermann
(170Sb-Fahrer)
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blaeserbrombach
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Re: Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

Beitrag von blaeserbrombach »

Herausschrauben, zerlegen, die Eisenteile entrosten, lackieren, die MS-Teile hochglanzpolieren und wieder zusammenbauen hat bei mir gereicht.
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GeorgesBuerginCH
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Re: Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

Beitrag von GeorgesBuerginCH »

Tschau Herman,

das Küken mit der feinsten Einschleifpaste kurz einschleifen, bis es auf der ganzen Fläche trägt,
mit Bremsenreiniger sauber reinigen, zusammenbauen,

Der Rest ist Optik.

Grüsse Georges
Gerrit Jung
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Re: Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

Beitrag von Gerrit Jung »

Hallo, ist das Problem mit dem " Kükenhahn " schon erledigt ?

handelt es sich um ein solches Exemplar ?
Wasserablasshahn.jpg
Wasserablasshahn.jpg (30.19 KiB) 3301 mal betrachtet
Ich hätte das abzugeben, gegen faires Gebot.

MfG Gerrit
170Sb-Fahrer
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Re: Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

Beitrag von 170Sb-Fahrer »

Hallo zusammen,

doch erstmals: Nachträglich noch einen schönen zweiten Weihnachtstag, in Ruhe und Sicherheit!!

Sorry, wenn's Fest schon fast vorüber ist – ich war einige Wochen nicht im Forum,


Das Thema Kükenhahn ist erledigt, im positiven Sinn!

Nachdem der Kükenhahn ausgebaut war, konnte ich feststellen, dass er in ZU-Stellung tatsächlich nicht 100% dicht war. Schon mit Ansaugen per Mund war ein leichter Unterdruck spürbar.

Anfang Dezember habe ich das Teil zerlegt und die Konusflächen poliert. Es waren minimal kleine Riefen rundum im Bereich des Querlochs. Vermutlich durch winzige Rost- oder Kalkkrümel verursacht, welche sich beim Betätigen des Hahn zwischen die Konusflächen geschoben haben und dort durch Reibung für Undichtigkeiten gesorgt hatten. Ich denke, der Hahn wurde noch nie zerlegt.

Zum „Schleifen“ habe ich mehrmals etwas (bitte nicht Lachen) Zahnpasta auf die Konusflächen gestrichen und dann den Konus mehrmals gedreht. Anfangs gar deutlich eine, wenn auch leichte, Hemmung, jeweils im 90 Grad Winkel spürbar. Mehrmals den Vorgang wiederholt: Die verbrauchte, inzwischen schwarze Paste ausgewaschen und neue Zahnpasta ein. Dann wieder gedreht.
Bis alles schön gleichmäßig blank war und der Hahn sich rund und ohne Hemmung gleichmäßig drehen ließ.
Den letzten Feinschliff habe ich dann mit Lackreiniger (Autopolitur mit leicht abrasiver Wirkung) gemacht.

Natürlich habe ich den Hahn auch von Außen mit einer Messingdrahtbürste blank poliert.

Dann probeweise zusammengebaut: Die „Mundprobe“ ergab: Der Hahn dichtet nun ab.

Vor dem Zusammenbau habe ich die nochmals gereinigten Konusflächen dünn mit Vaseline eingeschmiert. Kann nicht schaden,

Sobald ich in der Winter-kalten Garage wieder ans Werk gegen kann, wird der Hahn eingebaut.

Viele Grüße und einen guten Start ins Neue Jahr, wünscht Euch / Ihnen
Hermann
(170Sb-Fahrer)
Kükenhahn_04.JPG
Kükenhahn_04.JPG (41.09 KiB) 2920 mal betrachtet
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GuenterS
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Re: Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

Beitrag von GuenterS »

https://armaturen-arndt.de/media/armatu ... og_lxi.pdf
Der dürfte solche Ablasshähne noch haben.
170Sb-Fahrer
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Re: Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

Beitrag von 170Sb-Fahrer »

Lieber Günter,

es ist schon eine Weile her, trotzdem nachträglich noch vielen Dank für Deinen Tipp mit Firma Arndt.

Den vorhandenen Hahn hatte ich komplett zerlegt und, wie oben beschrieben, saniert. Wenn auch die verwendeten Materialien (z.B. Zahnpasta als schonendes Schleifmittel etwas seltsam waren). Jedenfalls ist der Kükenhahn gerettet.

Ich versuche immer, vorhandene Originalteile wenn möglich instand zu setzen und auf Neuteile zu verzichten. Beim Kükenhahn hat es wieder "geklappt".

Zur Zeit bin ich dabei, bei 8 Grad in meiner bescheidenen Werkstatt den Kühler wieder zusammen zu bauen.

Im März ist der Einbau des inzwischen komplett sanierten Motors in meinen Sb geplant.

Auf dem Haigern habe mit Georges und Lothar gesprochen. Das desolate Kompressionsdiagram hatte ich dabei. Fazit: Der Motor muss saniert werden.

Lothar hatte beim Haigern 2024 den Kontakt zu Gerhard Kleinschroth hergestellt.

Wegen des großen Problems mit dem Motor konnte ich nur mit dem Käfer kommen, und der Käfer mußte natürlich draußen parken. Unter anderem hatte auch Harald mich überzeugt, wenn nicht mit dem Benzedes, dann doch mit dem Käfer zu kommen.

In Kürze die Geschichte der Motorsanierung - einen Bericht fürs Forum will ich noch schreiben:


Der Motorausbau war im Herbst 2024 in Pleinfeld in der Werkstatt Autohaus Maier, mit Frank, Lothar und mir. Schon die kurze Fahrt von Heidenheim (Bay.) nach Pleinfeld war Stress pur. Den Kasernenberg mit spukendem Motor und max. 40km/h hoch.

Dann Transport des Motors nach Gnodstadt zu Gerhard: Lothar hat den Transport dankenswerter Weise erledigt. Ich bin natürlich mitgefahren.

Dort wurde der Motor komplett zerlegt, bis zur letzten Schraube: Zitat: „… das der Motor überhaupt noch lief ist ein Wunder…“ (Ein Kolbenring war gebrochen).
Die Reinigungsarbeiten der total versifften Teile habe ich in Gnodstadt weitgehend selbst gemacht und mich dazu für 4 Tage im „Landgasthof zum Rappen“ (Oberbickelsheim) eingemietet.
Ich habe keine Angst vor schmutzigen Händen und war ca. 4 Tage dort. Die Arbeiten in super guter Stimmung in der Werkstatt von Gerhard haben mir sehr viel Spaß gemacht. Die „Chemie“ hat von Anfang an gestimmt!!

Danach bei W. Westphal Teile bestellt: 4 Kolben komplett, alle Lager, Motordichtsatz, neue Kette, Anlasserritzel u.s.w..
Zum Glück waren die Kurbel- und die Nockenwelle, Ölpumpe noch ok und mußten nur intensiv gereinigt werden. Die Ventile sahen nach dem Glasperlenstrahlen auch sehr gut aus und konnten wieder eingesetzt werden.

Zylinder auf 1. Übermaß gebohrt, gehont. Wasserkanäle gereinigt. Alle Froststopfen neu. Zylinderkopf geprüft. Ich hatte den in 2014 planen lassen, war noch OK.

Vor ca. 2 Wochen war ich dann wieder für 2 Tage in Gnodstadt. Der Motor wurde zusammengebaut und ich habe ihn schwarz lackiert. (Meine Frau und ich konnten uns nicht einigen, ob er in rosa mit gelben Sonnenblumen und in gelb mit Gänseblümchen lackiert werden sollte – Der Kompromiss war: Schwarz --- Spaß beiseite).

Dann der spannende Moment: Erster Probelauf in der Werkstatt: Perfekt. Ich zitiere Georges, ich hatte ihm ein Video dieses historisches Moments geschickt: „es klingt wie eine Sinfonie“.

Im März / Ende März, wenn das Wetter wieder besser und das Salz von den Straßen weg ist, wird der Motor in Pleinfeld wieder eingebaut.

Ich gehe davon aus, dass ich dann zum Haigern 2025 mit dem neuen Motor fahren kann und ENDLICH nach fast 20 Jahren endlich ein zuverlässiges Auto habe.


Viele Grüße
Hermann
(170Sb-Fahrer)
Viele Grüße
Hermann
(170Sb-Fahrer)
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Oldimat
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Registriert: 23. Aug 2020, 12:10

Re: Kühler: Kükenhahn, Ablasshahn

Beitrag von Oldimat »

Hallo Hermann,
Sehr interessant. Meist wird ja nur von "revidiert", "saniert", "überholt" etc. gefaselt. Ich freue mich schon auf den noch ausführlicheren Bericht.
Zum Inhaltlichen: Dass ein Motor dieser Generation mit einem (?) gebrochenen Kolbenring und wahrscheinlich deutlich geringerer Kompression auf dem befroffenen Zylinder noch jahrelang passabel läuft, ist bei oldtimergerechter verhaltener Fahrweise (Autobahn 80- 90 km/h, kein Vollgas) und oldtimertypischer Laufleistung (unter 2000 km/ Jahr) nicht ungewöhnlich. Zum Problem wird dieser Zustand erst, wenn der Motor stärkere Geräusche macht oder wenn die volle Leistung verlangt wird. Ein solcher Motor dürfte auch eigentlich nicht unzuverlässig sein. Wenn ein 170er motormässig unzuverlässig ist, liegt es doch fast immer an Zündung oder Vergaser.
Jetzt freue ich mich aber auf Widerspruch von Seiten unserer Perfektionisten!
Gruß,
Oldimat
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